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Geburtstagsgeschenk für den Jäger

5. Juli 2011

Morgen fahren Felix und ich wieder zurück, aber heute genießen wir Geschwister noch unseren letzten gemeinsamen Tag. Wir sehen uns auch nächste Woche schon wieder, weil unser Vater 50 wird und nun suchen wir im Internet wie verrückt nach einem Geschenk für ihn. Unser Vater ist passionierter Jäger und wir sind nun auf unserer Geschenksuche auf eine Wildkamera gestoßen. Von so einer Wildkamera hat er nämlich irgendwann schon mal erzählt; sein Jägerkumpel Hans hat nämlich sowas und danach war unser Vater wohl auch ganz heiß auf so eine Wildkamera. Aber weder die Jungs noch ich haben eine Ahnung von einer solchen Wildkamera und müssen uns jetzt erst einmal belesen, welche Qualitätsmerkmale so eine Wildkamera hat und so. Jetzt hängen wir drei jeweils mit unseren Notebooks auf Sebastians Sofa rum und fachsimpeln zum Thema Wildkamera – auch irgendwie skurril. Wir haben nämlich auch nicht besonders viel für das Jagen übrig, obwohl das bei uns auf dem Land ganz üblich ist. Und, das muss man vielleicht der Fairness halber dazu sagen, wir essen alle ganz furchtbar gerne Wild, also hat im Grunde jeder was von der Leidenschaft unseres alten Herrn. Hoffen wir jedenfalls mal, dass das mit der Wildkamera alles noch so hinhaut.

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Mission completed

30. Juni 2011

Unsere spontane Renovierung ist fast abgeschlossen und Sebastians Wohnung kaum wiederzuerkennen. Man kann natürlich von Glück reden, dass die Wohnung mit zwei Zimmern und einer Größe von 35 Quadratmetern nicht riesig ist und sich die Arbeit demzufolge im Rahmen hielt. Es sieht jetzt echt wieder alles richtig frisch aus hier und darüber hinaus ist die Zeit mit meinen Brüdern einfach richtig schön. Obwohl es Basti so schlecht geht, lachen wir im Grunde unentwegt und kramen eine Kindheitsanekdote nach der anderen aus dem Gedächtnis. Es tut uns allen irgendwie gut, zu wissen, dass unser Zusammenhalt auch mit dem Älterwerden ungebrochen ist.

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Geschwister in Mission

26. Juni 2011

Felix und ich haben jetzt unsere sieben Sachen gepackt und uns für einige Tage bei Sebastian einquartiert. Der Arme hat sich einige Tage Urlaub genommen und Felix und ich sind da mit der Uni im Moment zum Glück ganz flexibel. Jetzt sitze ich hier gerade mit meinem Notebook in einer riesengroßen Baustelle, weil die Jungs in scheinbar typisch männlichem Aktionismus beschlossen haben, dass alle Erinnerungen am ehesten verbannt sind, wenn man die Wohnung direkt mal renoviert. Sarah hat zwar auch ihre eigene Wohnung, aber die beiden waren überwiegend bei Sebastian zu Hause. Die Jungs sind jetzt gerade noch einmal zum Baumarkt gedüst und besorgen noch einen letzten Eimer Farbe für die Küche. Wir haben hier alles neu gestrichen, ein paar olle Möbelstücke zu Kleinholz verarbeitet und ich hatte mich dann noch einiger scheinbar typisch weiblichen Aufgaben zu widmen, wie Vorhänge waschen und solche Sachen. Aber es tut Basti eindeutig gut!

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Trennungsschmerz

21. Juni 2011

Gestern Abend habe ich bei meinem ältesten Bruder Sebastian verbracht, der momentan völlig down ist. Seine Freundin Sarah hat sich ganz unverhofft von ihm getrennt und wir können es irgendwie alle noch nicht so richtig glauben, Sebastian natürlich am wenigsten. Die beiden galten in unserer Familie immer so als das absolute Traum- und Vorzeigepaar, nie gab es Streit, die beiden waren immer vergnügt und so liebevoll miteinander, dass man unweigerlich sofort das ungute Gefühl bekam, seine eigene Beziehung in Frage stellen zu müssen, sobald man von den beiden umgeben war. Und jetzt ist es nach vier Jahren einfach aus und Sebastian ist total fertig. Das tut mir im Herzen weh, denn meine Brüder und ich haben ein sehr enges, liebevolles Verhältnis und wenn es einem schlecht geht, leiden die anderen mit, so kitschig sich das vielleicht auch anhört. Mein anderer Bruder Felix und ich sind jetzt jedenfalls um Schadensbegrenzung bemüht.

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